"Bogenspannen, reiten, jagen, das sind bei den Germanen die Mädchenbeschäftigungen.
Der germanische Stamm der Sarmatien wohnt nicht in Städten, nicht einmal in festen Wohnsitzen. Wenn ein Weideplatz sie anlockt, schleppen sie Sack und Pack mit sich und wohnen im Lager. Frei, unbezwungen und so voll wildem, stürmischem Mutes, daß auch die Frauen mit den Männern in den Krieg ziehen. Und damit sie dann geschickt seien, wird ihnen gleich bei der Geburt die rechte hervortretende Brust angebrannt; so wird die Brust männlich, so hemmt nichts mehr den Arm beim Schlag.“
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Der Aspekt bezüglich der abgebrannten Brust deckt sich mit dem Amazonen-Mythos und muß allerdings als patriarchale Römerphantasie betrachtet werden. Kein einziger Fund, keine einzige leise Andeutung in den germanischen Sagen ist hierzu vorhanden. Die weibliche Brust gilt in der germanischen Kultur als heilig, durfte unter hoher Strafe nicht unerlaubt berührt werden und war ein lebenspendendes Attribut der Göttinnen, als deren Töchter die Frauen galten. Viel mehr trugen die Germaninnen oft eine Brust offen, wie bei der historischen Statue Thusneldas zu sehen.
So rührt das deutsche Wort "Frau" von der Liebesgöttin Freyja her und ist vermutlich sogar mit derem Namen identisch. "Freyja" leitet sich vom altgermanischen Wort "Fríðr*" für "Schönheit" und "Frieden**" ab, wohl auch im Sinne von "Fruchtbarkeit". Dem erwuchs der Freiheitsbegriff, den die Göttin der Liebe Freyja höchstselbst in ihrem Namen trägt und repräsentiert. Leider grassiert immer noch die Fehldeutung, "Freyja" bedeute "Herrin", was sowohl die Etymologie des Wortes völlig ignoriert als auch die Tatsache, daß jene Göttin mindestens bereits in der klassenlosen, also weitgehend herrschaftsfreien Bronzezeit verehrt wurde und noch zusätzlich übergeht, daß auf "Freyja" neben "Schönheit", "Fruchtbarkeit" und "Freiheit" (das Wort "Frya" bedeutet z. B. bei den Ostfriesen "frei") noch weitere Begriffe wie "Freude", "Feiern" und das schon erwähnte "Frieden" zurückgehen. Allenfalls könnte man ihren Namen noch mit "Freifrau" übersetzen, was jedoch im Grunde eine Verdopplung ihres Namens ist.
Die Kleidung einer Frau schmückten oft im Brustbereich aufgemalte, lebenwirkende Spiralen als ein weibliches Urmuster der Natur oder eine Brust wurde, teils spiralenbemalt mit Stolz offen getragen. Im Gegensatz zu den Wohlhabenden unter den Römerinnen, stillten die germanischen Mütter ihre Kinder generell selbst.
Bei keiner anderen Kultur der Antike hatte die Frau eine herausragendere Position inne als bei den Germanen, gefolgt von den Kelten, Skythen und Slawen. Zum Vergleich: In der griechischen Kultur durfte die Frau schon vor der Zwangsbekehrung zum frauenfeindlichen Christentum, das der Frau ursprünglich nicht einmal eine Seele zubilligte!, das Haus nicht verlassen. Und daß den Römern die hohe Rolle der germanischen Frau ein Hauptbeweis für die angebliche Rückständigkeit der Germanen war, wurde bereits erwähnt. Die Römer importierten sich dennoch gerne die Schönheitsmittel der Germaninnen zur Haarpflege, wie zum Beispiel eine spezielle Haarpomade. Daß die Seife eine germanische Erfindung ist, da man die Körperpflege groß schrieb, weiß auch fast niemand. So findet man in allen germanischen Gräbern unter anderem schmuckvoll gefertigte Rasiermesser und Kämme.
Bei den insbesondere in unserer Gegenwart in billigen Filmmachwerken stets schmutzig und verzeichnend patriarchal dargestellten Germanen, bestimmen die Nornen das Schicksal, die Walküren küren durch ihre Wahl die Helden und Dichter und weihen diese in die Runenkunde ein (wie Brunhild Siegfried), allgemein beinhalten etliche germanische Frauennamen die Runen, wie etwa Gudrun, Sigrun, Runhild, Heidrun, womit bezeugt ist, daß vor allem Frauen über das Wissen der heiligen Schriftzeichen verfügten, die Milchstraße ist der Rocken der Frigga, aus dem alle Götter geboren wurden, die Asengöttin Iduna hegt einen heiligen Apfelbaumhain, dessen Früchte selbst die Götter verjüngen können, und jedem